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Hechlingen.Eigentlich sollte das BMW-Endurotraining in Hechlingen ja am Ende der ersten Etappe meiner Weltreise stehen. Ich geniesse aber den Luxus, die Wochen und Monate Zeit gehabt zu haben, die es brauchte, bis der Sand aus allen meinen Sachen gerieselt war. Die Innereien meines Helms ziert er noch heute. Als Fahranfänger an besten mitteleuropäischem Asphalt gewöhnt und von den Berichten über unglaubliche Strassenverhältisse von anderen Weltreisenden verschreckt, war mir schon länger klar, dass mindestens für mein Sicherheitsbedürfnis ein Endurotraining notwendig sein würde. Dass es gleich die Luxusausgabe von BMW wurde liegt daran, dass die Idole meiner Planungszeit Marco und Sybille , ebenfalls eines gemacht, zweitens, die Admins vom Boxer-Forum zufällig zur rechten Zeit den Termin Ostern 2004 bei BMW reserviert hatten und ich schliesslich ja die Tendenz habe, nach dem Spruch zu handeln, den ich leider nicht erfunden habe: Besser. Gleich. Richtig. Für die Weltreise realistischer wäre das Training mit Resi gewesen, aber bei der Anmeldung im Oktober 2003 war schon absehbar, dass die neue 1200er GS kommt und mich hat der Gedanke sehr gereizt, die eventuell auf dem Training fahren zu können, noch dazu als einer der ersten. Die Spekulation hatte Erfolg und Resi hat es mir vermutlich auch gedankt, wurde ich doch zum ungekrönten Umfallerkönig. Ich weiss jetzt, warum das Anmieten einer Maschine für das Training nahezu von jedem empfohlen wird. Den Sand in meinen Klamotten hab ich nur mir selbst zuzuschreiben (andere kamen ohne Umfaller aus). Die Veranstalter nahmen grosse Rücksicht auf das Fahrkönnen des Einzelnen und boten vier Gruppen an. Gruppe 1 war für Fahranfänger und Wiedereinsteiger vorgesehen, Gruppe 2 für "Routinierte Strassenfahrer", Gruppe 3 für diejenigen, die schon ausgiebiger Schotterpässe und off road gefahren sind und Gruppe 4 für Vollprofis und Hechlingen-Wiederholungstäter. Mit meiner beeindruckenden Fahrerfahrung von fast 20.000 Schwarzwaldkilometern verbot mir mein Ego von vornherein Gruppe 1. Gruppe 2 schien mir daher - nach kurzer Interpretation des Wortes "Routiniert" - als für mich geeignet, zumal im Netz durchgehend empfohlen wurde, sein Können bei dem Training selbstbewußt einzuordnen. Leider war ich aber im entscheidenden Moment Angstwässerchen wegbringen und als ich zurückkam, sah ich, dass ein großer Teil der Fahrer den Instruktor der Gruppe 2 belagerten. Und da ich schon einmal das ca. einen Kilometer lange Stück legalen Schotters bei Freiamt befahren hatte, stellte ich mich selbstbewusst zu Gruppe 3 (und hielt mich im Lauf des Trainings an die angelesene Regel "GasGasGas"). War ok, hauptsächlicher Unterschied zwischen den Gruppen war das Tempo, mit dem zwischen verschiedenen Übungen gewechselt wurde. Den Ablauf des Trainings wird an anderer Stelle wunderbar beschrieben. Im wesentlichen stellte es sich als Sicherheitstraining auf losem Untergrund heraus, mit ein paar Speziallektionen bezüglich Kurven auf Schotter (bis hin zum Driften), Hangauf- und abfahrten sowie Wasser- und Tiefsanddurchfahrten. Meine fahrerische Lehren: Es macht nichts aus, wenn sich das Motorrad unter einem (mehr und anders als von der Strasse gewohnt) bewegt. Abseits des Asphalts: GasGasGas (ungleich GeschwindigkeitGeschwindigkeitGeschwindigkeit). Und Fallen muss nicht weh tun, auch nicht auf Schotter. Klar wurde ich vom Bazillus namens "off road" angesteckt. Hat enorm viel Spaß gemacht. Vermutlich tauche ich auch irgendwann nochmal in Hechlingen auf. Wieder in einem der Trainings in der kälteren Zeit des Jahres: Ist anstrengend. (Trotz niedriger zweistelliger Temperaturen flog das Fleece schon vor der ersten Pause in den Aufenthaltsraum und ich fuhr in Funktionsunterwäsche und mit leicht geöffneter Jacke. Der Regen war zudem gut für die Griffigkeit des Untergrundes und den Fahrspass). Und wieder mit Leihmopped. Man tastet sich unbeschwert an die persönlichen Grenzen heran, wenn man keine Rücksicht aufs Material nehmen muss (die Hechlingen-Motorräder werden nach jeweils einer Saison verschrottet...). So ganz ungeschoren kam Resi übrigens nicht davon: Bin Abend des letzten Trainingstages noch zu einem Freund gefahren, habe vor seiner Haustür aber leider vor Erschöpfung und Kälte beim Absteigeversuch das Bein nicht mehr hoch genug bekommen und kippte mit ihr in den Rinnstein. Achso, noch zur 1200er GS: Tolles Mopped, keine Frage. Aber im Bereich bis 3/4000 Umdrehungen hat Resi sogar noch mehr Durchzug, glaube ich. Und zweifelsfrei den besseren Sound. Werd noch ne Weile bei den 2-Ventilern bleiben. Sind einfach uriger. (Vielen Dank an Stefan Schiedermaier, Andreas Luthardt und Christian Haacke für das zur Verfügung stellen der Bilder!) Seitenanfang |
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